Beta-Carotin

Beta-Carotin ist ein pflanzlicher Farbstoff (Carotinoid) und eine Vorstufe von Vitamin A, die der Körper bei Bedarf umwandeln kann. Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft sowie normaler Haut und Schleimhäute bei. Beta-Carotin steckt z. B. in Karotten, Süßkartoffeln, Kürbis und Spinat.

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Was ist Beta-Carotin?

Beta-Carotin gehört zur Gruppe der Carotinoide – fettlösliche, orangerote Pflanzenfarbstoffe aus der Familie der sekundären Pflanzenstoffe. Es gilt als das mengenmäßig häufigste natürlich vorkommende Carotin und wird auch als Provitamin A bezeichnet: Der Körper wandelt es bedarfsabhängig in Vitamin A (Retinol) um. Ist der Vitamin-A-Spiegel ausreichend, drosselt der Organismus die Konversion automatisch.

Für die Umrechnung gilt allgemein: 6 Mikrogramm (µg) Beta-Carotin aus entsprechen 1 µg Retinolaktivitätsäquivalent (RAE). Die Bioverfügbarkeit hängt stark von der Art der Lebensmittelquelle und der Zubereitung ab - teilweise wird dadurch mehr Beta-Carotin für dieselbe Menge Vitamin A benötigt. Bei Nahrungsergänzungsmitteln wird meist isoliertes Beta-Carotin verwendet, dabei ist die Bioverfügbarkeit in der Regel etwas höher – gerechnet wird trotzdem mit 6 µg Beta-Carotin je 1 µg RAE. Natürliches Beta-Carotin kommt in zwei Isomeren vor, dem all-trans- und dem 9-cis-Isomer, und wird im Körper bevorzugt in der Haut (Unterhautfettgewebe), im Fettgewebe und in der Leber gespeichert.

Wofür braucht der Körper Beta-Carotin?

Der menschliche Körper benötigt Beta-Carotin in erster Linie als Ausgangsstoff für Vitamin A. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für Vitamin A mehrere Angaben nach VO (EG) Nr. 1924/2006 zugelassen. Vitamin A trägt zur Erhaltung einer normalen Sehkraft bei. Ein anhaltender Mangel kann sich möglicherweise als sogenannte “Nachtblindheit” bemerkbar machen. Vitamin A ist zudem an der Erhaltung normaler Haut und normaler Schleimhäute beteiligt.
Weitere von der EFSA nachgewiesene Eigenschaften umfassen die Beteiligung von Vitamin A an einer normalen Funktion des Immunsystems sowie an einer normalen Zelldifferenzierung. Diese Prozesse sind auf eine kontinuierliche Vitamin-A-Versorgung angewiesen. Da vorgeformtes, also bioaktives Vitamin A (Retinol), das ohne weitere Umwandlung vom Körper verwertet werden kann,  ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt, ist Beta-Carotin aus pflanzlichen Quellen für viele Menschen, insbesondere jene mit überwiegend pflanzlicher Ernährung, die wichtigste natürliche Alternative.

Gibt es hierzulande einen Beta-Carotin-Mangel?

In der österreichischen Gesamtbevölkerung mit überwiegend gemischter Ernährung gilt die Vitamin-A-Versorgung laut den Ernährungsempfehlungen von BMASGPK, AGES und ÖGE als in der Regel ausreichend. Bestimmte Gruppen sind jedoch einem erhöhten Risiko für eine unzureichende Versorgung ausgesetzt. Wer sich beispielsweise vegan oder überwiegend pflanzlich ernährt, kann vorgeformtes, also bioaktives Vitamin A nicht über Lebensmittel aufnehmen. Beta-Carotin aus Pflanzen ist für diese Personengruppe die einzige natürliche Vitamin-A-Quelle.

Weitere Risikogruppen sind Personen mit eingeschränkter Fettresorption, da Beta-Carotin als fettlöslicher Stoff von einer normalen Fettverdauung abhängig ist. Auch bei älteren Erwachsenen kann die Fähigkeit zur Konversion von Beta-Carotin in Vitamin A natürlicherweise nachlassen. Zudem gibt es genetische Variationen, die eine Umwandlung von Beta-Carotin in Vitamin A beeinträchtigen – man bezeichnet diese Personen als sogenannte “Low-Responder”.

Raucherinnen und Raucher sollten hochdosierte Beta-Carotin-Supplemente meiden: Behörden empfehlen für diese Gruppe besondere Zurückhaltung.

Wie hoch sind die Referenzwerte für Beta-Carotin?

Einen eigenständigen Referenzwert für Beta-Carotin selbst gibt es nicht. Die Empfehlungen beziehen sich auf die Vitamin-A-Zufuhr in Retinolaktivitätsäquivalenten (µg RAE). Die DGE/ÖGE-Referenzwerte (3. Auflage, 2025) empfehlen für Frauen ab 19 Jahren täglich 700 µg RAE, für Männer 850 µg RAE. Für Schwangere wird ein erhöhter Bedarf von 800 µg RAE angegeben, für Stillende sogar 1.300 µg RAE pro Tag. Unbedingt zu beachten ist die maximale Tageszufuhr von 3.000 µg RAE. Die AGES gibt diesen Höchstwert in Bezugnahme auf die Angaben der DGE aus dem Jahr 2020 an.

Wer seinen Bedarf ausschließlich über pflanzliche Quellen decken möchte, benötigt die mindestens sechsfache Beta-Carotin-Menge: 100 g rohe Karotten mit ca. 7.800 µg Beta-Carotin liefern rechnerisch rund 1.300 µg RAE. Bei Nahrungsergänzungsmitteln gilt trotz oftmals höherer Bioverfügbarkeit derselbe Umrechnungsfaktor von 6:1. Für Supplemente empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung eine Tageshöchstmenge von 3,5 mg Beta-Carotin; die Packungsangabe sollte in jedem Fall eingehalten werden.

Welche Lebensmittel liefern natürliches Beta-Carotin?

Beta-Carotin kommt in einer Vielzahl gelb-oranger und dunkelgrüner Gemüse- und Obstsorten vor. Zu den besonders Beta-Carotin-reichen Lebensmitteln zählen (Angaben pro 100 g essbarer Anteil):

  • Süßkartoffel: bis zu 10.000 µg
  • Karotte (roh): ca. 7.800 µg
  • Grünkohl: ca. 6.200 µg
  • Spinat (roh): ca. 5.200 µg
  • Rote Paprika: ca. 3.800 µg
  • Hokkaido-Kürbis: ca. 3.500 µg
  • Aprikose (frisch): ca. 1.500 µg

Welche Tipps für eine optimale Versorgung mit Beta-Carotin gibt es?

Für eine gute Versorgung aus Lebensmitteln empfiehlt es sich, täglich Gemüse und Obst in kräftigen Gelb-, Orange- und Grüntönen auf den Speiseplan zu setzen und dabei stets eine kleine Fettquelle hinzuzufügen. Schon ein Teelöffel Olivenöl oder etwas Butter reicht aus, um die Aufnahme des fettlöslichen Stoffes deutlich zu verbessern. Schonend gedünstetes Gemüse ist in der Regel besser bioverfügbar als rohes.

Worauf sollte man beim Kauf von Beta-Carotin-Supplementen achten?

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist die Herkunft des Rohstoffs: Natürliches Beta-Carotin beispielsweise aus der Meeresalge Dunaliella salina enthält sowohl das all-trans- als auch das 9-cis-Isomer, entsprechend dem natürlichen Spektrum in der Nahrung. Synthetisches Beta-Carotin besteht hingegen hauptsächlich aus dem all-trans-Isomer, dass eine besonders hohe Bioverfügbarkeit aufweist; die klinische Bedeutung dieser Unterschiede ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.
Für die Resorption spielt die Darreichungsform eine wichtige Rolle: Beta-Carotin ist fettlöslich und wird in Öl-basierten Weichkapseln besser aufgenommen als in trockenen Hartkapsel-Pulver-Formulierungen. Bei SEEWALD Ortho gilt das Reinsubstanzenprinzip: ohne künstliche Farbstoffe, Aromen oder Konservierungsstoffe. Hinsichtlich der Dosierung empfehlen Behörden eine Tageshöchstmenge von 3,5 mg Beta-Carotin; die jeweilige Packungsangabe ist verbindlich.

Beta-Carotin: Rohstoffe und Produktvarianten

Beta-Carotin ist als Mono-Produkt wie auch in Kombinationen erhältlich. Mono-Kapseln enthalten ausschließlich Beta-Carotin, üblicherweise in Dosierungen zwischen 1,5 und 6 mg pro Tagesportion. Kombinations-Produkte verbinden Beta-Carotin oftmals mit weiteren Carotinoiden wie Alpha-Carotin, Lycopin oder Lutein zu einem sogenannten Carotinoid-Komplex oder kombinieren es im antioxidativen Verbund mit Vitamin E, Vitamin C und Selen. SEEWALD Ortho bietet Beta-Carotin als Bestandteil unterschiedlicher Komplexe an, welche die Eigenschaften des Mikronährstoffes im Kontext verschiedener Anwendungsgebiete nutzen – stets ohne unnötige Zusatzstoffe.

Ergänzende Produkte

Zu Beta-Carotin passt aus inhaltlicher Sicht zunächst Vitamin A in Form von Retinol: Für Personen, deren Konversionsfähigkeit eingeschränkt ist, kann bioaktives Vitamin A die gezieltere Wahl sein. Vitamin E als weiteres fettlösliches Vitamin wird häufig ergänzend eingesetzt. Vitamin C ergänzt als wasserlösliches Antioxidans ideal die fettlöslichen und sorgt so für ein breiteres Einsatzspektrum. Zink trägt laut EFSA zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei und ist am Vitamin-A-Stoffwechsel beteiligt. Zahlreiche synergistische Mikronährstoff-Kombinationen sind im Sortiment von SEEWALD Ortho erhältlich, oftmals sinnvoll ergänzt durch ausgewählte Pflanzenstoffe.