Was ist basische Ernährung und wie wirkt sie?

Es gibt unzählige Ernährungskonzepte, aber wohl keines ist so grundlegend wie das der basischen Ernährung. Auch wenn viele Menschen die Vorteile der basischen Ernährung für sich entdeckt haben, gibt es noch viele Fragen zu diesem Ernährungskonzept. Was steckt dahinter und warum schwören so viele darauf?

Die Art und Weise, wie wir uns ernähren, hat einen enormen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Wer sich ausgewogen ernährt, fühlt sich nicht nur vitaler, sondern schützt sich gleichzeitig vor vielen chronischen Erkrankungen. Doch bei all den unterschiedlichen Diäten und Trends fällt es schwer, den Überblick zu behalten und zu wissen, was wirklich gut für uns ist.

In diesem Artikel werden wir die basische Ernährung genauer unter die Lupe nehmen. Wir erklären Ihnen, was genau eine basische Ernährung ist, warum sie so viele gesundheitliche Vorteile bietet, welche Lebensmittel dazu gehören und welche Auswirkungen sie auf Ihren Körper hat. Wir hoffen, dass Sie am Ende des Artikels ein klareres Bild davon haben werden, ob die basische Ernährung auch für Sie eine sinnvolle Option sein könnte.

Was ist basische Ernährung?

Basische Ernährung beruht auf der Tatsache, dass bestimmte Lebensmittel das Säure-Basen-Gleichgewicht unseres Körpers beeinflussen. Unser Körper braucht ein ausgewogenes Verhältnis von Säuren und Basen, um optimal funktionieren zu können. Unsere moderne Ernährung mit viel Fleisch, Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln führt nach Ansicht vieler Fachleute zu einer Übersäuerung und damit zu gesundheitlichen Problemen.

Basische Ernährung – Definition und Grundlagen

Bei einer basischen Ernährung geht es darum, Lebensmittel zu essen, die als basisch oder alkalisch gelten. Zu diesen Lebensmitteln gehören in erster Linie Obst, Gemüse, Nüsse und Samen. Diese Lebensmittel sollen dazu beitragen, den Körper zu alkalisieren, was nichts anderes bedeutet, als dass der pH-Wert des Körpers in den leicht basischen Bereich verschoben wird. Der optimale pH-Wert des Blutes liegt bei etwa 7,35 bis 7,40 und eine basische Ernährung soll helfen, diesen Wert zu halten.

Unterschied zwischen basischen und säurebildenden Nahrungsmitteln

Zu den basischen Lebensmitteln zählen solche, die im Körper eine alkalisierende Wirkung haben. Dazu gehören etwa:

  • Früchte wie Zitronen, Melonen und Bananen
  • Gemüse wie Spinat, Brokkoli und Möhren
  • Nüsse und Samen wie Mandeln und Leinsamen

Auf der anderen Seite gibt es säurebildende Lebensmittel, die den Säuregehalt im Körper eher erhöhen. Zu diesen Lebensmitteln gehören zum Beispiel:

  • Fleisch und Fisch
  • Milchprodukte
  • Zucker und verarbeitete Nahrungsmittel
  • Kaffee und Alkohol

Historische Hintergründe und Weiterentwicklung

Neu ist die Idee einer basischen Ernährung nicht. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann der schwedische Biochemiker Ragnar Berg zu untersuchen, wie Lebensmittel den Säure-Basen-Haushalt beeinflussen. In den letzten Jahrzehnten hat das Interesse an dieser Ernährungsform wieder zugenommen, vor allem durch die Verbreitung alternativer Gesundheitsansätze und ganzheitlicher Therapieformen.

Warum basische Ernährung?

Warum genau soll basische Ernährung gut für den Körper sein? Und lohnt sich die Umstellung auf eine basische Ernährung? Ganz allgemein kann man sagen, dass eine basische Ernährung gut für die allgemeine Gesundheit ist. Basische Lebensmittel sind in der Regel nämlich reich an wichtigen Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien, die zahlreiche wichtige körpereigene Prozesse unterstützen.

Im Mittelpunkt der basischen Ernährung steht jedoch die Bedeutung des pH-Wertes im Körper. Unterschiedliche Prozesse im Körper benötigen unterschiedliche pH-Werte, um normal zu funktionieren. Im Magen und wird z.B. ein saures Milieu für die Verdauung von Proteinen benötigt, wohingegen zu viele Säuren im Gewebe oder im Blut unerwünschte Auswirkungen haben. Gerät der pH-Wert aus irgendeinem Grund - wie z.B. Medikamente oder ein Überschuss an säurebildenden Lebensmitteln - aus dem Lot, können zahlreiche Probleme die Folge sein, darunter Müdigkeit, Verdauungsstörungen und Hautprobleme. Eine basische Ernährung hilft, den pH-Wert des Körpers zu regulieren und optimal zu halten.

Welche Nahrungsmittel zählen zu den basischen Lebensmitteln?

Um die basische Ernährung besser zu verstehen und in die Praxis umsetzen zu können, ist es hilfreich, eine detaillierte Liste mit basischen und nicht-basischen Lebensmitteln zu haben. Diese Liste kann Ihnen als Leitfaden dienen, um Ihre Mahlzeiten gezielt auf eine basische Ernährung auszurichten.

Basische Lebensmittel

Basische Lebensmittel sind meist pflanzlich und reich an Mineralstoffen, Vitaminen und Antioxidantien. Hier sind einige der wichtigsten basischen Lebensmittel:

Obst

  • Zitronen
  • Melonen (Wassermelone, Honigmelone)
  • Bananen
  • Äpfel
  • Birnen
  • Beeren (Himbeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren)
  • Kiwis
  • Trauben

Gemüse

  • Spinat
  • Brokkoli
  • Karotten
  • Zucchini
  • Gurken
  • Avocados
  • Paprika
  • Grünkohl
  • Sellerie

Nüsse und Samen

  • Mandeln
  • Leinsamen
  • Chiasamen
  • Sonnenblumenkerne
  • Kürbiskerne

Hülsenfrüchte

  • Linsen
  • Kichererbsen
  • Erbsen

Getreide

  • Quinoa
  • Amarant
  • Hirse

Kräuter und Gewürze

  • Petersilie
  • Basilikum
  • Ingwer
  • Kurkuma
  • Koriander

Sonstige

  • Algen (Spirulina, Chlorella)
  • Kokosnuss
  • Knoblauch
  • Zwiebeln

Nicht basische (säurebildende) Nahrungsmittel

Nicht basische Lebensmittel sind oft reich an Eiweiß, Fett und raffiniertem Zucker und sollten in einer basischen Ernährung reduziert oder vermieden werden:

Fleisch und Fisch

  • Rindfleisch
  • Schweinefleisch
  • Geflügel
  • Fisch (vor allem fette Arten)

Milcherzeugnisse

  • Milch
  • Käse
  • Joghurt
  • Butter

Getreideerzeugnisse

  • Weizen
  • Reis (insbesondere weißer Reis)
  • Brot
  • Teigwaren

Zucker und Süßigkeiten

  • Weißer Zucker
  • Brauner Zucker
  • Süßwaren
  • Gebäck

Getränke

  • Kaffee
  • Alkohol
  • Erfrischungsgetränke
  • Schwarzer Tee

Verarbeitete Lebensmittel

  • Fertiggerichte
  • Konserven
  • Fastfood
  • Kartoffelchips

Unsere westlich geprägte Ernährung mit viel Fleisch, Milch, Zucker und Fertigprodukten ist stark säurebildend. Diese Art der Ernährung kann auf lange Sicht zu einer Übersäuerung des Körpers führen, was wiederum die Entstehung von gesundheitlichen Problemen wie Entzündungen, Müdigkeit und chronischen Krankheiten begünstigen kann. Ein Umstieg auf eine basische Ernährung hingegen beinhaltet den Verzehr von naturbelassenen, unverarbeiteten Lebensmitteln, die den Säure-Basen-Haushalt regulieren und den Körper entsäuern.

Wer bewusst säurebildende durch basische Lebensmittel ersetzt, tut nicht nur sich und seinem ganzheitlichen Wohlbefinden Gutes, sondern genießt auch eine abwechslungsreichere und nährstoffreichere Ernährung.




Unser Fazit

Die basische Ernährung bietet eine faszinierende Möglichkeit, den Körper auszubalancieren und gesünder zu leben. Wer auf frische, unverarbeitete Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Nüsse und Samen setzt, kann den pH-Wert positiv beeinflussen und so das Risiko chronischer Krankheiten senken.

Auch wenn die Umstellung auf eine basische Ernährung eine bewusste Umstellung der Essgewohnheiten erfordert, sind die möglichen Vorteile wie mehr Energie oder eine bessere Verdauung die Mühe wert. 
Wenn Sie neugierig geworden sind, ob die basische Ernährung auch für Sie geeignet ist, probieren Sie es einfach aus. Fangen Sie mit kleinen Schritten an, probieren Sie mehr basische Lebensmittel in Ihrem Speiseplan aus und beobachten Sie, wie Ihr Körper reagiert. Die Ergebnisse werden Sie vielleicht überraschen und Sie motivieren, diese Ernährungsweise auch langfristig beizubehalten.




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