Proanthocyanidine

Proanthocyanidine (OPC) sind pflanzliche Polyphenole, die zu den Flavonoiden gehören und in vielen Pflanzen vorkommen. Besonders bekannt sind sie aus Traubenkernen, aber auch aus Beeren, Äpfeln und Kakao. In der Ernährung werden OPC häufig im Zusammenhang mit polyphenolreichen Lebensmitteln erwähnt, wobei der Gehalt je nach Sorte und Verarbeitung variiert.

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Was sind Proanthocyanidine?

Proanthocyanidine sind sekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Polyphenole. Chemisch zählen sie zur Unterklasse der Flavanole und bestehen aus zwei bis fünf miteinander verbundenen Flavan-3-ol-Einheiten. In der Natur dienen sie Pflanzen als Schutz gegen UV-Strahlung, Schädlinge und oxidative Einflüsse. Auf Nahrungsergänzungsmitteln begegnet Ihnen häufig die Abkürzung OPC für Oligomere Proanthocyanidine. Der Begriff geht auf den französischen Pharmazeuten Professor Jack Masquelier zurück.

Als wichtigste natürliche Quellen gelten Traubenkerne (Vitis vinifera), die Rinde bestimmter Kiefernarten sowie Beeren, Äpfel und Kakao. Traubenkerne und Kiefernrinde weisen dabei die höchsten bekannten Konzentrationen an Proanthocyanidinen auf.

Welche Eigenschaften weisen Proanthocyanidine auf?

Innerhalb der Polyphenole zeichnen sich Proanthocyanidine durch eine vergleichsweise hohe antioxidative Aktivität aus. In Laboruntersuchungen wurde in-vitro ihr radikalfangendes Potenzial auf das etwa 20-fache von Vitamin E und bis zu 50-fache von Vitamin C beziffert. Diese Eigenschaft ist auf phenolische Hydroxylgruppen in ihrer chemischen Struktur zurückzuführen, die freie Radikale chemisch binden können.

Ein weiteres Merkmal ist ihre gleichzeitige Wasser- und Fettlöslichkeit. In Pharmakokinetik-Studien wurden OPC nach oraler Einnahme bereits nach etwa 20 Minuten im Blut nachgewiesen. Vitamin C und Proanthocyanidine werden in Studien häufig gemeinsam untersucht und sind als Kombination in vielen Produkten erhältlich.

Wie beeinflusst die Ernährung die Proanthocyanidin-Zufuhr?

Proanthocyanidine gehören nicht zu den essentiellen Nährstoffen. Ein klassischer Mangel im klinischen Sinn ist daher nicht definierbar. Die täglich über die Nahrung aufgenommene Menge schwankt dennoch erheblich: Nach Schätzungen der EFSA nehmen Erwachsene in Europa täglich etwa ein Gramm Polyphenole insgesamt auf. Wie hoch der OPC-Anteil daran ausfällt, hängt stark von den persönlichen Ernährungsgewohnheiten ab.

Wer sich mit wenig frischem Obst, Beeren und Gemüse ernährt oder überwiegend verarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt, kommt erfahrungsgemäß auf eine deutlich geringere Polyphenol-Zufuhr. 

Was ist bei der Einnahme von OPC-Nahrungsergänzungen zu beachten?

Für Proanthocyanidine existieren keine offiziellen Referenzwerte der ÖGE oder EFSA, da es sich nicht um einen essentiellen Nährstoff handelt. In klinischen Studien wurden Mengen zwischen 100 und 300 mg OPC pro Tag eingesetzt. Bei einzelnen Fragestellungen kamen auch bis zu 400 mg täglich über sechs bis zwölf Wochen zum Einsatz. Diese Mengenangaben beziehen sich stets auf den tatsächlichen OPC-Gehalt, nicht auf die Gesamtmenge des Pflanzenextrakts.

Nüchtern eingenommen zeigt sich in der Regel eine bessere Resorption. Zu den Mahlzeiten ist OPC jedoch verträglicher. Wer gerinnungshemmende Arzneimittel einnimmt, sollte vor der Verwendung von Traubenkernextrakt ärztliche Rücksprache halten.

Welche Lebensmittel enthalten Proanthocyanidine?

Die höchsten natürlichen OPC-Konzentrationen finden sich in Traubenkernen: Traubenkernextrakt enthält je nach Herstellungsverfahren meist über 40 Prozent OPC, bezogen auf das Gesamtgewicht des Ausgangsmaterials.

Weitere nennenswerte natürliche Quellen sind:

  • Heidelbeeren und Blaubeeren
  • Preiselbeeren und Cranberries
  • Äpfel (besonders in der Schale)
  • Kakao und dunkle Schokolade
  • Erdnuss-Häutchen (rotbraune Samenschale)
  • Grüner Tee und Matcha

Tipps für eine gute Proanthocyanidin-Versorgung

Die OPC-Aufnahme über die Ernährung lässt sich mit wenigen Handgriffen spürbar steigern. Beeren, Äpfel mit Schale, dunkle Schokolade und grüner Tee sind unkomplizierte Möglichkeiten, täglich Polyphenole aufzunehmen. Da Hitze und Verarbeitung die OPC-Gehalte erheblich reduzieren können, sind frische und schonend zubereitete Lebensmittel zu bevorzugen.

Für Personen, die eine polyphenolarme Ernährung führen, kann eine Ergänzung durch konzentrierten Traubenkernextrakt sinnvoll in Betracht gezogen werden. Viele Hersteller kombinieren OPC mit Vitamin C, einem Nährstoff, der zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress und zur normalen Funktion des Immunsystems beiträgt.

Worauf sollte man beim Kauf von Proanthocyanidinen achten?

Ein wesentliches Qualitätsmerkmal bei OPC-Produkten ist die genaue Angabe des tatsächlichen Proanthocyanidin-Gehalts. Seriöse Hersteller weisen den OPC-Gehalt separat aus, nicht lediglich die Gesamtmenge des Traubenkernextrakts oder der Polyphenole insgesamt.

Achten Sie außerdem auf standardisierte Extrakte mit mindestens 200 mg OPC pro Tagesdosis; einzelne Produkte bieten auch 500 mg, verteilt auf zwei Kapseln. Qualitätsbewusste Hersteller verzichten auf unnötige Füllstoffe und Bindemittel. Lichtgeschützte Verpackungen sind empfehlenswert, da OPC lichtempfindlich ist. SEEWALD Ortho setzt konsequent auf das Reinsubstanzenprinzip und transparente Produktdeklaration.

Rohstoffe & Produktvarianten bei Proanthocyanidinen

Als Darreichungsform sind Kapseln am verbreitetsten, da sie eine präzise Dosierung und gute Lagerstabilität bieten. Pulver sind ebenfalls erhältlich, aber licht- und feuchtigkeitsempfindlicher. Kombiprodukte mit Vitamin C oder Resveratrol sind weit verbreitet.

Traubenkernextrakt

Traubenkernextrakt (Grape Seed Extract, GSE) ist die am häufigsten eingesetzte OPC-Quelle. Qualitativ hochwertige Extrakte werden auf bis zu 95 Prozent Proanthocyanidine und mehr als 40% OPC standardisiert. Die Kerne entstehen als Nebenprodukt der Weinherstellung und werden anschließend schonend extrahiert, ohne dass Alkohol im Endprodukt verbleibt.

Ergänzende Produkte

Wer Proanthocyanidine in das eigene Mikronährstoff-Konzept einbinden möchte, findet bei SEEWALD Ortho passende Ergänzungen. Vitamin C trägt gemäß EU-Verordnung zur normalen Kollagenbildung, zum antioxidativen Schutz der Zellen und zur normalen Funktion des Immunsystems bei. Resveratrol ist ein weiteres Polyphenol aus der Weintraube mit ähnlicher chemischer Klassifizierung, das Proanthocyanidine sinnvoll ergänzt. Vitamin E und Coenzym Q10 zählen ebenfalls zu den Antioxidantien im SEEWALD-Sortiment.