Start in die Gartensaison

Warum Gärtnern uns vital und munter macht

Das Interesse am Gärtnern hat in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt, insbesondere bei Menschen, die auf ihr körperliches Wohlbefinden achten möchten. Das ist kein Zufall, denn Gärtnern ist viel mehr als nur ein Hobby, es ist eine Lebenseinstellung, die sich positiv auf unser physisches und psychisches Wohlergehen auswirkt.

Die Verbundenheit mit der Natur, die Bewegung an der frischen Luft und das befriedigende Gefühl, das eigene Gemüse oder die schönen Blumen wachsen zu sehen, sind nur einige der Gründe, warum sich immer mehr Menschen für das Gärtnern begeistern. In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und ein bewusster Lebensstil immer wichtiger werden, bietet das Gärtnern eine perfekte Synergie aus beidem. Wir nehmen dies zum Anlass, Ihnen die Vorteile des Gärtnerns vorzustellen. Vielleicht finden auch Sie Gefallen an dieser schönen Beschäftigung.

Warum Gärtnern gut für uns ist

Gärtnern ist eine großartige Möglichkeit, sich im Freien aktiv zu betätigen. Beim Umgraben, Pflanzen, Jäten und Ernten werden viele Muskelgruppen beansprucht. Regelmäßige und moderate körperliche Betätigung tut dem Herz-Kreislauf-System gut und fördert die Beweglichkeit. Mehr noch, sie kann sogar helfen, das eigene Körpergewicht zu regulieren, denn je mehr man sich bewegt, desto höher ist der Grundumsatz an Kalorien und desto mehr Energie wird verbrannt. Die Bewegung an der frischen Luft und der Kontakt mit Erde und Pflanzen, fernab von überfüllten und stickigen Fitnessstudios, bietet eine erholsame und effektive Möglichkeit, sich körperlich zu betätigen und gleichzeitig etwas Produktives zu schaffen. Sich im wahrsten Sinne des Wortes zu “erden”, macht das Gärtnern zu einem wunderbaren Ausgleich zum stressigen Alltag.

Der Aufenthalt an der frischen Luft spielt für unser Wohlbefinden eine ganz besondere Rolle. Der Aufenthalt im Freien und die Aufnahme von viel natürlichem Sonnenlicht sind wichtig für die Produktion von Vitamin D in unserem Körper. Dieses Vitamin spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem und die Knochen. Vitamin D wird auch als „Sonnenvitamin“ bezeichnet, da der Körper es nur durch Sonneneinstrahlung in der Haut bilden kann. Es hellt nicht nur unsere Stimmung auf, sondern ist auch wichtig für die Aufnahme von Kalzium und das Knochenwachstum. Und wenn es uns seelisch gut geht, profitieren auch unser Immunsystem und viele andere Prozesse in unserem Körper.

Gärtnern ist also ein körperliches und geistiges Fitnessprogramm, das uns auf vielfältige Weise helfen kann, die Herausforderungen des Alltags zu meistern. Es ist eine angenehme und erfüllende Art, sich um seinen Körper zu kümmern und gleichzeitig die Freuden der Natur zu genießen.

Seelisches Wohlbefinden

Es ist sicher kein Geheimnis, dass der Aufenthalt und die Tätigkeit an der frischen Luft auch gut für unser psychisches Wohlergehn sind. Gärtnern geht hier noch einen Schritt weiter. Gärtnern beansprucht unseren Geist auf vielfältige Weise. Wir sind motorisch gefordert, aber auch organisatorisch, wenn wir uns immer wiederkehrende Arbeiten wie Unkraut jäten oder das Zurückschneiden von Pflanzen vornehmen. Aber auch kreative Aufgaben erwarten uns beim Gärtnern, wenn wir zum Beispiel neue Beete anlegen. Gleichzeitig muss man sich neues Wissen aneignen, wenn man zum Beispiel eine neue Gemüsesorte anbauen will.

All diese Aspekte bieten ein wunderbares Umfeld, um Abstand vom hektischen Alltag zu gewinnen und die Gedanken zu ordnen. Dieser meditative Aspekt des Gärtnerns trägt dazu bei, Stress und Ängste effektiv abzubauen, indem wir im Hier und Jetzt ankommen und die kleinen Freuden des Lebens schätzen lernen.

Außerdem macht es einfach Freude, die selbst gezogenen Pflanzen wachsen und gedeihen zu sehen und die Früchte (oder das Gemüse) unserer Arbeit zu ernten. Sie können zu Recht stolz auf Ihre schönen Blumenbeete sein, denn Sie haben viel Arbeit, Zeit und Leidenschaft in sie investiert. Es ist eine Bestätigung für uns selbst und unsere Fähigkeit, uns um etwas außerhalb unserer selbst zu kümmern und es gedeihen zu sehen. Diese Erfahrung kann unser Selbstwertgefühl erhöhen und uns ein Gefühl der Verbundenheit mit der Natur vermitteln. Nicht zu vergessen ist das Gefühl der Selbstwirksamkeit, d. h. die Überzeugung, dass durch eigenes Handeln positive Ergebnisse im Leben erzielt werden können, was uns in Krisenzeiten widerstandsfähiger macht.

All diese emotionalen und psychologischen Vorteile machen das Gärtnern zu einer Tätigkeit, die einen zentralen und besonderen Platz in unserem Leben einnehmen kann. Es lehrt uns Geduld, Achtsamkeit und Dankbarkeit – Eigenschaften, die wir im Alltag oft nur schwer praktizieren können. Kurz gesagt, wir gärtnern nicht nur unseren Garten, sondern auch unseren Kopf.

Nachhaltigkeit und ökologisches Bewusstsein

Gärtnern kann auch Ausdruck eines tiefen Umweltbewusstseins und von Nachhaltigkeit sein. Indem wir Gärten pflegen, leisten wir einen kleinen Beitrag zu unserer Umwelt, fördern die Artenvielfalt durch ein kleines Bioskop, das wir schaffen. Jede Pflanze, die wir pflanzen, ist ein kleiner Baustein im großen Ökosystem unseres Planeten. Sie bieten Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tierarten, tragen zur Verbesserung der Luftqualität bei und unterstützen natürliche Kreisläufe.

Darüber hinaus regt das Gärtnern zu einem nachhaltigeren Lebensstil an. Es schärft unser Bewusstsein für die Bedeutung lokaler und saisonaler Produkte und ermutigt uns, Verantwortung für unsere Umwelt zu übernehmen. Vielleicht möchten Sie sogar Ihr eigenes Gemüse oder Obst anbauen und damit ein Zeichen gegen die Wegwerfkultur und für einen ressourcenschonenden Lebensstil setzen.

Wer gemeinsam mit anderen gärtnert, unterstützt nicht nur sein eigenes Wohlbefinden, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl. In Gemeinschaftsgärten oder Kooperativen teilen Sie die Früchte Ihrer Arbeit und erleben, wie das Gärtnern Ihre sozialen Beziehungen stärken kann – und das alles im Sinne der Umwelt.

Den Einstieg ins Gärtnern finden

Sie möchten gerne mit dem Gärtnern beginnen, haben aber keinen eigenen Garten? Kein Grund, zu verzagen. Es gibt viele einfache Projekte, die auch für Anfänger:innen leicht umsetzbar sind und schnell zu Erfolgserlebnissen führen – auch ohne Garten. Beginnen Sie zum Beispiel mit Kräutern wie Basilikum, Petersilie oder Minze. Sie lassen sich leicht auf der Fensterbank in der Küche ziehen und brauchen weder viel Platz noch besondere Pflege. Auch kleine Tomatenpflanzen oder Radieschen sind lohnende Startprojekte, die sich sogar auf einem kleinen Balkon realisieren lassen.

Für diejenigen, die keinen eigenen Garten haben, sind Gemeinschaftsgärten eine wunderbare Alternative. Hier kann man nicht nur praktische Erfahrungen beim Gärtnern sammeln, sondern auch vom Wissen erfahrener Gärtner:innen profitieren und Gleichgesinnte treffen. Darüber hinaus bieten städtische und privat organisierte Kooperativen oder Pachtgärten die Möglichkeit, sich auch ohne eigenen Garten gärtnerisch zu betätigen. Diese Möglichkeiten bieten nicht nur Raum, um eigene Lebensmittel anzubauen, sondern auch die Chance, Teil einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten zu werden, die Wert auf Nachhaltigkeit und Selbstversorgung legen.

Landwirtschaftliche Genossenschaften sind in vielerlei Hinsicht interessant. Bei diesen Projekten zahlt man meist einen monatlichen oder jährlichen Mitgliedsbeitrag und erhält dafür regelmäßig geerntete Produkte aus der Kooperative. Die Arbeit auf den Feldern und in den Gewächshäusern wird unter den Mitgliedern aufgeteilt, sodass jeder seinen Anteil an körperlichem Einsatz leisten kann.

Solche einfachen Projekte und Alternativen zeigen, dass Gärtnern für jeden möglich ist, unabhängig von der Wohnsituation oder dem Erfahrungsstand. Es kommt nur darauf an, den ersten Schritt zu tun, die Hände in die Erde zu stecken und die Freude am Gärtnern zu entdecken.

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